„Eine Firewall reicht doch!“ „Wir spiegeln einmal im Monat unsere Daten auf einem Backup – selbst wenn jemand unsere Daten verschlüsseln sollte, können wir weiterarbeiten.“
Viele sind beim Thema IT-Security noch auf dem Stand von vor vielen Jahren. So treffen Cyberkriminelle auf offene Türen. Unternehmen wachen erst auf, wenn die Systeme und der Betrieb stillsteht und keiner mehr auf Kundendaten oder wichtige Daten zugreifen kann. Mittlerweile haben KI gestützte Systeme selbstständig angefangen, die Aufgaben eines Cyberkriminellen zu übernehmen. Es ist nicht nur so, dass diese Organisationen eher als manche Firmen gelernt haben, zu automatisieren, sondern die KI-Systeme gehen selbstständig auf die Suche nach Schwachstellen.
Sicher arbeiten im Kampf der (KI-) Maschinen?
Die Welt der IT-Security ist so komplex geworden, dass sich im Bereich der IT ein ganzer Fachbereich herausgebildet hat – quasi Vermittlungen für IT-Türsteher. Man hat sehr viele Möglichkeiten, sich und seine Systeme schon mit einfachen Methoden gut zu schützen, wenn man die Verantwortlichkeiten klar regelt.
Im Bereich der IT-Security gibt es natürlich auch unterstützende KI-Systeme, die Schwachstellen besser als Menschen erkennen können. Doch auch wenn dies im eigenen Unternehmen immer leichter zu integrieren ist, kann man mit einfachen Methoden schon viel erreichen.
Der IT-Admin der DeJungleIT rät zu einfachen Methoden:
- Aktivieren sie so oft wie möglich die Zwei Faktor Authentifizierung.
- Machen Sie regelmäßig Systemupdates – diese werden mittlerweile bis mehrfach die Woche durchgeführt, um vor allem kritische Sicherheitslücken zu schließen.
- Nutzen Sie einen Passwortmanager
- Beschränken Sie sie Berechtigungen sinnvoll. Administratorrechte am Arbeitsplatz bedeuten, dass einem Eindringling alle Türen offenstehen.
- Löschen Sie alte Benutzer und Zugänge von Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen haben oder nicht mehr genutzt werden.
- Nutzen Sie möglichst keine öffentlichen WLAN-Verbindungen, um zu arbeiten.
Natürlich gibt es noch mehr Varianten, um die Sicherheit zu erhöhen. Dafür werden Sie wahrscheinlich einen Fachmann benötigen.
Erweiterte Sicherheitsmethoden vom IT-Dienstleister:
Ein geeigneter Fachmann hat einen größeren Werkzeugkoffer als nur ein „IT-affiner Mitarbeiter“. Diese Werkzeuge sollten Sie nicht unterschätzen, denn Sie können einen gewaltigen Unterschied machen, ob kriminelle Versuche ihr Ziel erreichen oder sich der Schaden minimieren lässt. Hier ein paar aktuelle Ansätze, die ständig erweitert werden (Vorsicht Fachchinesisch 😉):
- „WORM-Image“ - Einrichten eines Backups als unveränderliches, tägliches Foto eingefroren und abgespeichert – so können große Datenmengen vor Verschlüsselung bewahrt werden.
- Backup-Tests auf Wiederherstellung im Notfall und weitere Systemtests
- Phishing-Schulung. Das größte Einfalltor für Malware sind ungeschulte Mitarbeiter, deren Gutmütigkeit dreist ausgenutzt wird. Wissensvermittlung ist einer der größten Hebel
- RMM – Remote Monitoring System – Ständige Prüfung der Systemgesundheit und Alarmmeldungen beim Dienstleister, wenn Handlungsbedarf besteht. Die Möglichkeiten und Funktionen moderner Systeme werden ständig ausgebaut.
- Sichere Netzwerkkonfiguration (Netzwerksegmentierung) und Entsorgung von – erfahrungsgemäß oft stark überalterten – Netzwerkgeräten, die ein Einfallstor für Hacker sein können. Unsichere Geräte im Netzwerk können z.B. auf ein Gast WLAN verschoben werden. Denken Sie Z.B. an Ihre smarte Kaffeemaschine, die Internetzugang verlangt.
- VPN (Virtual Private Network) -Lösungen: Bedeutet eine Verschlüsselung der Datenübertragung, durch die Dritte nicht einfach mitlesen können.
- EDR (Endpoint Detection and Response) und die Weiterentwicklung XDR (Extended Detection and Response): Erkennen auf verschiedenen Wegen verdächtiges Verhalten von Programmen und Endgeräten, die z.B. eine Verschlüsselung versuchen, große Uploads tätigen usw. Zusätzlich werden verdächtige Prozesse gestoppt, gemeldet und das Gerät isoliert.
Fazit für Ihre IT-Sicherheit
Auch, wenn man es schon gefühlt tausende Male gehört hat: Nehmen Sie die IT-Security nicht auf die leichte Schulter. Schließen Sie so viele offene Türen wie möglich und setzen Sie gleich schrittweise die Empfehlungen um. Die Zahl der betroffenen Unternehmen wächst rapide und selbst gestandene IT’ler können nicht immer allen Schaden beheben, den Kriminelle anrichten. Vor allem Datendiebstahl kann man nicht wieder rückgängig machen.
FAQ
Was muss ich tun, um meine IT Sicherheit zu verbessern?
Die größten Hebel sind die, die Sie am einfachsten durchführen können:
- Sichere Passwörter in einem Passwortmanager verwalten -keine Datei, kein Papier- und 2-Faktor aktivieren,
- Regelmäßige Updates aller Systeme
- Nicht an alle Admin-Rechte verteilen, sondern Benutzer mit beschränktem Zugriff einrichten
- IT-Sicherheitsschulungen durchführen z.B. (Phishing-Schulung).
- Geben Sie die IT-Verantwortung in vertrauenswürdige Hände
Was ist ein „Air Gap“?
Eine physische Trennung zwischen zwei Systemen oder Netzwerken, die nicht dauerhaft verbunden sind. Das bedeutet, dass Angreifer den „Luftspalt“ nicht so leicht passieren können, da die Brücke zwischen z.B. Backup Server und internem Firmennetzwerk nur für die Zeit der Sicherung besteht.
Was bedeutet „WORM“?
Bedeutet: Write Once, Read Many. Wie bei einem Foto werden die Daten einmal gespeichert, können aber beliebig oft angeschaut werden. Nach der Speicherung kann man sie nicht mehr verändern oder löschen.
Kann ich meine Daten nach einem Angriff wiederherstellen?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Es kommt stark auf die vorher getroffenen Sicherheitsmaßnahmen und die Art des Datenverlustes an. Außerdem wie schnell reagiert wurde. Leider ist die Chance ist hoch, dass viele Daten ohne gutes Backup unwiederbringlich verloren sind.
Zudem gehen Angreifer dazu über Daten noch vor der Verschlüsselung zu stehlen, um diese später zu verkaufen.
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Anruf unter: 0371/27090216